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Wie viel darf ein E-Book kosten?

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(c) Chril Elwell -Bigstockphoto.com

 

Immer wieder taucht im Netz die Frage auf:

Wie viel darf ein E-Book kosten?

Viele Verlage verlangen für E-Books fast genauso oder sogar genau soviel wie für das Taschenbuch bzw. Hardcover. Ab und zu findet man große Namen wie z.B Charlotte Link, Donna Leon mit Preisen von über 14 Euro in den Top 10 der E- Book Charts. Es gibt sie also, die Leser, die auch für E-Books mehr als die üblichen 0.99 bis 2.99 Cent ausgeben.

Klar, vereinzelt wird auch über die hohen Preise der Verlage gemeckert, aber der Großteil ist bereit an die 17 Euro für ein E-Book auszugeben, sonst wäre es nicht in den vorderen Verkaufsrängen.

Bei Selfpublishern sieht das anders aus. Obwohl sich inzwischen herumgesprochen haben sollte, dass vor allem die Erfolgreichen unter ihnen einen hohen Qualitätsanspruch haben und für Lektorat, Korrektorat und Cover Profis beauftragen, gelten die Bücher oftmals als zweitklassig. Trotz super Verkaufszahlen und zahlreichen positiven Rezensionen. Mehr als 2.99 gilt als unverschämt für diese Autoren, die ja keinen großen Namen haben. Nicht so wie Sophie Kinsella oder Kerstin Gier. Das sind anscheinend richtige Autoren. Dass viele erfolgreiche Selfpublisher wie z.B Poppy J. Anderson oder Hanni Münzer mittlerweile bei etablierten Verlagen wie Rowohlt usw. untergekommen sind, scheint nicht zu zählen. Das haben die ja nur geschafft, weil die so viele Bücher verkauft haben, aber nicht, weil sie so gut schreiben. Denn viele Bücher zu verkaufen ist ja leicht mit so Groschenromanen, aber richtige Literatur zu verfassen kann nicht jeder! * (Das spiegelt natürlich nicht meine Meinung wider, sondern das, was ich im Netz aufgeschnappt habe)

Lassen wir das, die Diskussion ermüdet mich. Fakt ist, diese Autoren sprechen die breite Masse an, die breite Masse will genau diese Art von Büchern!Aber mehr als 2.99 ausgeben will sie nicht.

Immer wieder „beschweren“ sich Leser über die zu teuren Preise für E-Books, vor allem der Selfpublisher. Und mit zu teuer sind zum Teil Preise wie 1.99 oder 3.99 gemeint. Ein Kaffee bei Starbucks kostet mehr, aber diesen Vergleich sind ja viele leid.

Ist 0.99 Cent für 80 Seiten nicht viel zu viel? Sind 1.99 für 100 Seiten nicht ein wenig übertrieben?

Und dann diese Lockangebote! Den ersten Band einer Reihe für 0.99 Cent oder kostenlos anbieten und die nächsten Bänder für 2.99! Frechheit! Machen aber selbst Verlage so. Was ist daran verwerflich? Irgendwie muss man ja auf sein Produkt aufmerksam machen.

Selbst dicke Wälzer von 600 Euro rechtfertigen für viele Leser keinen Preis von über 3.99 und das ist schon hoch angesetzt.

Ich war letztens bei Budni. Da gab es neue Kokoschips gratis zum Probieren. Als ich gestern wieder dort war, war diese Gratisaktion vorbei, nun verlangen die tatäschlich 2.99 für eine ganze Tüte dieser Chips! Niemand (Okay, Spinner gibt es überall, sagen wir kaum einer) kommt auf die Idee, sich bei Aldi zu beschweren, weil Joghurt XY nur von Samstag bis Donnerstag im Angebot war und nun wieder zum regulären Preis verkauft wird. Bei Büchern wird aber die Nase gerümpft und „Abzocke“ gebrüllt.

Billiger Vergleich? Vielleicht, aber ich denke, manche schnallen es einfach nicht. Ein Buch zu schreiben ist Arbeit. Viele Autoren machen das hauptberuflich. So wie ich.

Vor einiger Zeit bekam ich folgende Rückmeldung:

„2.99 für 150 Seiten ist Wucher, das zahle ich nicht bei unbekannten/relativ unbekannten/Autoren.“

Auf meinen Einwand, dass ich mehrere Monate an diesem Buch geschrieben habe, erhielt ich als Antwort: „Ist mir doch egal, wenn du so lange dafür brauchst. Deswegen zahle ich trotzdem nicht mehr.“

Sicher denken nicht alle so. Dass aber die Mehrheit so denkt, zeigt ein Blick in die E-Book- Charts. Und in den Sozialen Medien kann man immer wieder diese Diskussionen verfolgen.

 

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In Kürze – Die Vorgeschichte zu Nathan O’Brian

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Diese Geschichte spielt ein Jahr bevor Nathan O’Brian Privatdetektiv wird. Nathan ist Polizist und erholt sich gerade im Norden Englands von einem anstrengenden Fall. Er trifft auf eine alte Freundin aus Studientagen und wird prompt in einen spannenden Fall hineingezogen.

 

Hier ist schon einmal eine kleine Leseprobe

 

Amy ging zur Kommode, schob den Vorhang zur Seite und zuckte zusammen, als ein weiterer Blitz aufleuchtete, dicht gefolgt von einem gewaltigen Donner. »Das Gewitter kommt zurück«, sagte sie leise.
»Ich nehme an, du hast mir diese Frage nicht ohne Grund gestellt?«, wollte Nathan wissen.
Sie wandte ihr Gesicht ab, holte tief Luft und strich mit zitternden Fingern über das dunkle Holz der Kommode.
»Manchmal denke ich, da war etwas. Etwas ganz Schreckliches. Ich habe ganz seltsame Träume und sehe Bilder, die wie ein Puzzle in sich zusammenfallen, bevor es komplett ist. Für wenige Sekunden überkommt mich dann so ein Schauer, eine so große Angst, die meinen Nacken hinab kriecht, dass alles in mir verkrampft. Doch sobald ich das Gefühl habe, das Bild setzt sich zusammen, zerbröselt es vor meinen Augen.«
»Wann fing das an?«, fragte er, griff nach seinem Weinglas und beobachtete, wie sie die Schubladen der Kommode öffnete und gleich wieder schloss.
»Kurz nachdem ich hergezogen bin. In der zweiten Nacht fing das mit den Albträumen an.« Sie räusperte sich, ließ von der Kommode ab und ging wieder zur Couch. Ihr Lächeln wirkte aufgesetzt. »Ist bestimmt nur die Umgewöhnung. Ich schätze, nach einem Leben in der Großstadt komme ich mit dem Dorfleben nicht mehr zurecht. Soll ja Menschen geben, die aufgrund eines so krassen Ortswechsels verrückt geworden sind«, sagte sie halb lachend, doch das Lachen erreichte ihre Augen nicht, die besorgt wirkten, beinahe ängstlich.
»Einige Menschen schwören in solchen Fällen ja auf Hypnose«, meinte er. »Aber ich persönlich halte -« Ein Scheppern von draußen ließ ihn verstummen. Er setzte sich auf,, blickte erst zur Tür dann zu Amy, die ihn mit hochgezogenen Brauen anblickte. Als es an der Tür klopfte, sprang Nathan auf, schob seine matschigen Schuhe beiseite und öffnete die Tür. Er konnte das kleine Mädchen, das ihm entgegen stolperte, gerade noch auffangen, bevor er auf dem Boden landete.
Als sie ihr Gleichgewicht wiedergefunden hatte, richtete sie sich auf und wich einen Schritt zur Seite. Ihre langen dunklen Haare waren klatschnass. Das Gesicht war so weiß wie ein Stück Kreide, die Lippen vor Kälte blau angelaufen. Die Augen huschten unruhig umher, bevor sie einen Punkt irgendwo an der Decke fixierten. In ihrem Gesicht waren lauter Kratzer. Am ganzen Körper bebend, streckte sie ihre Hand in ihre Hosentasche und zog ein Stück Papier hervor, das sie Nathan hinhielt.
»Ach du meine Güte!«, rief Amy, die hinter ihn getreten war. Kurz darauf kam sie mit der Wolldecke zurück und wickelte das Mädchen, das sich keinen Millimeter bewegte, darin ein. »Sie ist verletzt!« Amy zeigte auf die blutverschmierten Füße.
Nathan betrachtete kurz das Stück Papier, das aus irgendeinem Notizblock abgerissen worden sein musste und starrte auf die krakeligen Buchstaben. Kate Haddock.
»Ist das dein Name?«, fragte er und beugte sich zu dem Kind hinunter. Sie starrte ihn einfach nur an. Das Zittern ihrer Lippen war die einzige Regung in ihrem blassen Gesicht.
»Bist du Kate Haddock?«, fragte Nathan.
»Nein«, sagte Amy, drehte sich zu ihm um und starrte auf die Notiz. »Kate ist vor dreißig Jahren gestorben.«

 

Ich hoffe, Ihr freut euch auf die Geschichte, in der Ihr etwas über das Leben von Nathan erfahrt, als er noch als Polizist gearbeitet hat. 

 

 

 

 

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Lesung in Hamburg

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Am 21. Mai war Tag der Autoren im Café Parallelwe.lt in Hamburg. 11 Autoren ( Keke van Steyn war leider krank ) haben in der Zeit von 14- 20 Uhr aus ihren Werken vorgelesen. Mein Freund und ich haben um ein Uhr einen Freund eingesammelt und uns dann auf den Weg nach Hamburg gemacht. Auf wundersame Weise fanden wir sogar direkt einen Parkplatz in einer Seitenstraße, nur wenige Meter vom Café entfernt. Bevor wir von zu Hause losgefahren sind, habe ich mich mehrmals versichert, dass ich das Manuskript, aus dem ich vorlesen wollte, auch mitgenommen habe. Nicht auszudenken, dass ich dort auftauche und keinen Text dabei habe! Und wie es sich für jemanden mit einer Zwangstörung gehört, habe ich natürlich mindestens 5 Mal nachgesehen, ob der Text auch wirklich in der Tasche ist, obwohl einmal nachgucken natürlich ausreicht. Aber Zwänge eben … Vermutlich ist es kein Zufall, dass in meinem Manuskript – einem Cosy Krimi – die Protagonistin (eine Krimiautorin) eine Angst- und Zwangstörung hat.

 

Ich habe mir extra einen Text zum Vorlesen ausgesucht, in den man schnell hereinfindet. Denn in nur 20-30 Minuten ist es für die Zuhörer oft nicht so leicht, mit einem Text warm zu werden. Mein Cosy Krimi beginnt wie gesagt mit besagter Krimiautorin, die sich wegen ihrer Probleme in Behandlung begeben hat. In einem malerischen Ort in den englischen Cotswolds. Sie beobachtet einen Mord und hat Schwierigkeiten, ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen, denn die Leiche ist verschwunden und Maevis etwas überspannt🙂

Als wir in dem Café ankamen, war ich ziemlich nervös. Aber eigentlich bin ich das immer, bloß an dem Tag wohl noch ein wenig mehr. Ich schätze, ich habe einen ziemlich wuschigen Eindruck gemacht, vielleicht sogar verwirrt oder gar schroff. Ich habe ziemlich große Probleme, Reize richtig zu verarbeiten. Straßenlärm, Stimmengewirr, Musik, Reklametafeln überall etc, was halt so den Alltag begleitet, wenn man nach draußen geht. Bei Aufregung – wie vor einer Lesung – kommt es dann schnell zu einer Reizüberflutung. Ich kann Reize dann schlecht filtern, höre Geräusche dann zehn Mal lauter als sie in Wirklichkeit sind, Bewegungen der anderen Menschen erscheinen mir hektisch etc, es ist als wenn sich die Welt ein Stück schneller dreht als normalerweise. Als allererste habe ich Heike Adami begrüßt, die freundlicherweise die „Leitung“ der Lesung übernommen hat. Ich glaube, ich habe leicht gestresst oder hektisch gewirkt und hoffentlich wurde das nicht als unfreundlich aufgefasst, wie so oft. Wie bereits gesagt, in solchen Momenten schwirrt mir der Kopf, sämtliche Eindrücke stürzen ungefiltert auf mich ein und ich muss mich wahnsinnig konzentrieren, um das Wesentliche zu erfassen. Dabei kommt es dann leider vor, dass ich mich mitten in der Begrüßung wegdrehe, oder ein schroffes „Hallo“ erwidere oder manchmal auch kurz angebunden antworte, was genervt wirkt. In diesen Momenten stehe ich oft neben mir und merke erst hinterher, dass ich vielleicht seltsam gewirkt haben könnte.

Um mich ein wenig zu akklimatisieren, haben wir uns erstmal draußen hingesetzt, an einen der Tische. Es war schönes Wetter und so konnte man es draußen gut aushalten. Nach fünfzehn Minuten bin ich dann wieder rein, in den Raum, in dem die Lesung stattfand. Es war recht voll. Asmodina Tear hatte gerade begonnen vorzulesen.

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Ich schlich mich leise rein, fand weiter hinten einen Platz und lauschte ihrem Text. Anschließend las Monika Schoppenhorst aus ihrem Vampir- Roman. Der Raum wurde immer voller, Stühle mussten dazu gestellt werden. Danach war ich an der Reihe. Bewaffnet mit einem Glas Sekt, das ich bereits zur Hälfte ausgetrunken hatte und einer Cola Light, machte ich mich daran, den Lesern Maevis vorzustellen. Ich war erleichtert, als die Leute an der ersten lustigen Stelle lachten. Mit Humor ist das ja immer so eine Sache.

Nach der Lesung gingen mein Freund und ich erstmal wieder raus, ich musste unbedingt etwas essen. Meine Mutter und mein Bruder hörten sich die nachfolgende Lesung an und gesellten sich dann zu uns.  13230351_971299589606319_4757178889806423147_nMein Bruder und ich

Wir saßen dann noch eine Weile draußen, haben gegessen und getrunken, viel geredet, ab und zu kamen andere Autoren und man unterhielt sich kurz, anschließend ging es dann nach Hause. Es war ein toller Tag, an dem ich viele interessante Menschen kennen gelernt habe. Es hat Spaß gemacht aus meinem noch unveröffentlichten Roman vorzulesen, der glaube ich, ganz gut ankam bei den Zuhörern.

Der Roman soll in drei Monaten erscheinen. Ich werde auf diesem Blog darüber infomieren und sicherlich vorher schon eine Textprobe einstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Autoren Event – 12 Autoren lesen vor

Am 21.Mai 2016 um 15 Uhr lese ich aus meinem neusten Krimi Tote töten ewig und aus einem noch unveröffentlichen Manuskript vor.

 

 

Wo? Café Parallelwe.lt

Gärtnerstraße 54, Hamburg

An diesem Tag lesen insgesamt 12 Autoren dort, in der Zeit von 14- 20 Uhr

14.00 Uhr: Asmodina Tear
14.30 Uhr: Monika Schoppenhorst
15.00 Uhr: Arwyn Yale
15.30 Uhr: Dennis Blesinger
16.00 Uhr: Karsten Sohn
16.30 Uhr: Dieter Jobst
17.00 Uhr: Heike Adami
17.30 Uhr: Henning Schöttke
18.00 Uhr: Keke van Steyn
18.30 Uhr: Kim Rylee
19.00 Uhr: Björn Beermann
19.30 Uhr: Valerie le Fiery + Frank Böhm

 

Hier eine kleine Auswahl dessen, was euch ewartet!

Karsten Sohns Lesung verspricht sehr spannend zu werden.
Hatten sie wirklich die Verbindung zwischen den Maya und Atlantis gefunden?

 

Heike Adami wird aus „Fenster zur Freiheit – Eine Liebe in Arabien“lesen.
Ihr Motto lautet:  Die Macht der Liebe! (Ich schreibe authentische Romane mit Recherche vor Ort. Der Leser soll fühlen, als wäre er Teil der Handlungsszene. Konflikte sind Herausforderungen auf dem Weg zum Glück. Meine Protagonisten suchen ihr Glück. Suchen wir nicht alle unser Glück?)

Asmodina Tear wird ihren Gedichtband „Traumreise“ sowie eine Kostprobe zu einer bisher unveröffentlichtlichten Anthologie vorstellen.

 

 

Dieter Jobst Buchtitel: Du Dein Zahnarzt und ich

Dieses Buch begleitet den Leser auf dem Weg, als informierter Patient 
einen guten Zahnarzt zu finden. Denn Paracelsus († 1541) gilt noch immer: 
„An jedem Zahn hängt doch ein ganzer Mensch.”

Kim Rylee wird aus ihrem Thriller Kalte Gefühle lesen. Ich fragte sie nach ihrem Lieblingssatz daraus:

"Ihre dunkle Kleidung und die anthrazitfarbene Decke, die sowohl sie als auch den 
Lauf ihres M40 Scharfschützengewehrs bedeckten, lieferten sich einen erbitterten 
Kampf, wer zuerst seinen maximalen Hitzegrad erreichen würde."
Monika Schoppenhorst Buchtitel: Großstadtvampire- Schicksalhafte Begegnungen:
 Die silbernen Haar des Freundes glänzten wie frisch poliert, seine 
Diamantaugen klirrten wie Eis, sein Mund duftete nach dem Blut, das 
auch er genossen hatte.

Arwyn Yale – Ich werde aus einem in Arbeit befindlichen Cosy Krimi vorlesen (sogenannte gemütliche Krimis)
Auszug:

»Möchten Sie mir von dem Mord erzählen?«, fragte Dr. Cobb nun mit sanfter Stimme. Maevis schüttelte energisch den Kopf. »Nein, ich habe bereits alles der Polizei erzählt. Aber anscheinend wird man nicht ernst genommen, wenn man eine Angststörung hat!« Sie setzte sich wieder hin, strich eine Fluse von der Hose und versuchte, nicht aufzuspringen und fluchtartig die Klinik zu verlassen.

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Neuer Blog

Unter https://litsalon.wordpress.com/ blogge ich ausschließlich über das Lesen (Buchtipps, Buchvorstellungen etc) und das Schreiben allgemein, während ich hier auf diesem Blog zukünftig Textauszüge veröffentliche und über neue Buchveröffentlichungen etc berichte. Würde mich freuen, ein paar von euch auf dem neuen Blog wiederzusehen.

 

 

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»Dort, wo all das Blut ist. Und die Knochen.«

 

Nathan3Sie schraubte die Flasche zu; klemmte sie zwischen die Beine. Den Flaschenhals umklammerte sie fest mit beiden Händen. »Ich will die Dunkelheit nicht mehr sehen, Nathan. Ich …« Sie nahm einen erneuten Schluck aus der Flasche. Nathan sprang auf, griff nach dem Whisky und riss ihr die Flasche aus den Händen. Sie war noch fast voll.
»Welche Dunkelheit?«
Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an. »Dort, wo all das Blut ist. Und die Knochen.« Ihre Stirn zog sich zusammen. Sie schluckte schwer und für einen Moment fürchtete Nathan, sie müsse sich übergeben.
Er begann innerlich bis zehn zu zählen, als er merkte, dass er sie am liebsten an den Schultern packen und schütteln wollte, bis sie endlich verständliche Antworten gab. Mit jeder Sekunde, die er ihr gegenübersaß, verstärkte sich seine Unruhe. Das flaue Gefühl im Magen, das ihn mit Betreten der Wohnung erfasst hatte, verwandelte sich allmählich in blanke Angst.
»Kannst du dich vielleicht so artikulieren, dass ich dir folgen kann?« Er bemühte sich erst gar nicht, seine Ungeduld zu kaschieren. Audreys Lippen bewegten sich, doch kein Wort drang aus ihr heraus. Ihre Hände zupften an dem losen Faden eines Kissens, immer wieder wickelte sie das Garn um ihren Zeigefinger.
»Du solltest gehen, bevor …« Das letzte Wort flüsterte sie. Die Augen geschlossen, holte sie tief Luft.
»Bevor was?«
»Etwas passiert«, seufzte Audrey. Ihre Lider flatterten, als blendete sie grelles Licht. Doch in der Wohnung war es nicht besonders hell. Eine Leselampe hinter der Couch tauchte den Raum in ein diffuses Schattenspiel. Nathan stand auf, um die Deckenlampe anzuschalten, stellte dann jedoch fest, dass die Glühbirne fehlte.
»Drei Sätze, Audrey, sag mir in drei Sätzen, was zum Henker los ist, sonst verliere ich meine Geduld!« Die Arme vor der Brust verschränkt, platzierte er sich vor dem Sessel.
Langsam hob sie den Kopf. Als sie ihm ins Gesicht sah, wirkte sie verwundert, als ob sie seine Anwesenheit eben erst bemerkt hätte.
»Sie werden ihn finden. Sie werden ihn sicherlich finden.«
Nathan fuhr sich mit der flachen Hand durch die Haare, seufzte laut und unterdrückte eine Tirade an Kraftausdrücken, die sich ihm aufdrängte. Mit zusammengepressten Lippen zog er sein Handy aus der Jackentasche. Seine Hände zitterten; er hatte Mühe, die Displaysperre zu lösen.
»Verdammt«, rief er, als das Handy aus seinen Händen glitt und zu Boden fiel. Nach dem dritten Versuch schaffte er es endlich, das Display zu entsperren und die Widgets durchzuscrollen, auf der Suche nach seinen Kontakten.
»Rufst du die Polizei?« Audrey ließ vom Sofakissen ab, ihre Hände lagen nun gefaltet auf ihrem Schoss, der durch das Wippen der Beine ständig in Bewegung war.
»Nein, Dad. Er macht sich Sorgen.«
Audrey schnappte nach Luft. »Ruf ihn nicht an. Er wird sterben.« Tränen schossen ihr in die Augen.
»Was?«, Nathan blickte von dem Display auf. Audrey war aschfahl im Gesicht geworden.
»Er wird sterben, wenn du ihn anrufst und er kommt. Auch Mum. Und du. Und die Kinder. Ihr alle«, rief sie schrill.
»Hör auf, so einen Mist zu erzählen!« Ein Klumpen, schwer wie ein großer Stein, breitete sich in seinem Magen aus und drückte gegen seine Eingeweide. Ihre Worte jagten ihm einen Schauer über den Rücken. Nicht die Worte an sich, es war die Art und Weise, wie sie es gesagt hatte. Mit dieser fremden, kindlichen Stimme. Er wurde fahrig, scrollte auf dem Smartphone von Seite zu Seite und fand weder das verdammte Telefonbuch noch die Anrufliste.
»Knochen und Splitter. Und Blut. So viel Blut. Ich wusste nicht, dass Knochen solche Geräusche machen können. Wenn sie brechen.« Audrey stand auf und griff nach dem Whisky.

 

 

 

 

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Tote töten ewig

Einige haben Nathan ja schon vermisst und über die Monate immer mal wieder lieb nachgefragt, wann denn der neue Roman erscheint. Hiermit verkünde ich: Er ist da! Er ist da! Also ab dem 21.1 ist er als ebook bei Amazon zu erwerben. Print erfolgt im Februar.

Als die vierzehnjährige April Banks beobachtet, wie ihr Vater im Wohnzimmer ermordet wird, glaubt ihr niemand. Die Polizei findet keinerlei Spuren, die auf ein Verbrechen hindeuten; eine Leiche gibt es nicht. Doch Frank Banks bleibt verschwunden, und April schwört, die Wahrheit gesagt zu haben. Privatdetektiv Nathan O’Brian stößt bei seinen Nachforschungen auf einen alten Mordfall und eine Buchgruppe, deren Mitglieder verschwunden sind.
Als eine zerstückelte Leiche in einem Koffer aufgefunden wird, und der Mörder ihm eine bedrohliche SMS schickt, ahnt Nathan nicht, in was für Abgründe er hineingezogen wird.

Nathans neuer Fall. Er kann unabhängig von den Vorgängern gelesen werden.

 

Retro background with grunge texture

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Serienhighlights

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Dieses Jahr bin ich kaum zum Lesen gekommen. Aber ich habe einige Serien geschaut, hier eine kleine Auswahl:

Kennt ihr 100 Code ? Eine unheimlich spannende Krimiserie, in der ein New Yorker Cop (gespielt vom Hobbit Dominic Monaghan) die Spur eines Serienmörders nach Schweden verfolgt und dort mit der schwedischen Polizei mehr oder weniger zusammenarbeitet. Sein schwedischer Kollege (gespielt von Michael Nyqvist) ist alles andere als angetan davon, aber im Laufe der Serie raufen sie sich zusammen. Es keine 0/8/15 Serie, sondern wirklich mal etwas anderes, schon alleine durch den Mix, New Yorker Cop in Stockholm, schwedische Landschaft. Im Original reden die Schweden unter sich schwedisch und nur englisch, wenn der Amerikaner dabei ist. Bei Skygo gab es für die schwedischen Szenen keine Untertitel und mein schwedisch ist in etwa so gut wie mein Mathe, insofern kenne ich nur die synchronisierte Fassung, aber die fand ich prima. Wer Krimiserien mag, sollte auf jeden Fall mal reinschauen.

 

Weitere Highlights:

Ripper Street Staffel 3  Der Name ist etwas irreführend, die Ripper – Morde spielten eigentlich nur in der ersten Folge der ersten Staffel eine Rolle. Eine spannende viktorianische Serie mit tollen Darstellern und einer  Prise Humor. Pfiffige Dialoge, spannende Fälle und ein tolles Setting.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (dazu und zu The Bletchlex Circle habe ich hier etwas geschrieben)

The Bletchley Circle

Lost in Austen

Downton Abbey Staffel 6

 

 

 

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Das Problem mit der Sichtbarkeit von Autoren

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Sichtbarkeit in den Buchshops ist besonders für Selfpublisher wichtig. Anders als Verlagsautoren müssen sie sich um alles selbst kümmern, auch wenn die meisten Autoren Aufgaben wie Covergestaltung, Lektorat und Korrektorat und Satz an Dienstleiter abgeben. Werbung ist nicht so einfach und das Budget meistens knapp. Preisaktionen sind da eine gute Möglichkeit, schnell neue Leser zu finden. Doch das Angebot ist riesig und so wird auch hier der Werbeeffekt immer schwieriger.
Es gibt Autoren, die ballern jede Facebook-Gruppe mit ihrem Link zu ihrem Buch zu. Oftmals mit wenig geistreichem Text dazu. Von Jetzt neu! bis Kurze Zeit im Angebot zum Spottpreis oder einfach ganz ohne Text. Diese Autoren ziehen schnell den Unmut der Gruppenmitglieder auf sich. Zumal, wenn in der Gruppe Eigenwerbung verboten ist. Dann gibt es haufenweise Gruppen, die Werbung zulassen. Manche sind nur für Preisaktionen, andere gelten nur für bestimmte Genres etc. Der Effekt ist sowieso quasi nicht vorhanden, denn in solchen Gruppen tummeln sich 99,9% Autoren, die außer ihrem eigenen Werbelink nix zur Gruppe beitragen. Es ist sozusagen eine reine Börse für Werbelinks, für sie sich keiner interessiert, weil es dort keine Leser gibt. Das Argument von den oftmals nicht einsichtigen Autoren: Jeder Autor sei doch auch Leser. Das stimmt. Das ändert trotzdem nichts daran, dass sich dort fast nur Autoren aufhalten, die der Gruppe nur beigetreten sind, um ihr Buch zu bewerben und alle anderen Beiträge auf »stumm« geschaltet haben.

Die Reichweite von Fanseiten bzw. Autorenseiten ist drastisch zurückgegangen, seitdem man für mehr Sichtbarkeit zahlen muss. Manche Beiträge auf den Autorenseiten erreichen gerade mal eine Reichweite zwischen 8 und 23 Nutzern. Wenn dann niemand von diesen Leuten den Beitrag liked, geht er völlig unter. Je mehr Likes, umso mehr Sichtbarkeit bekommt er. Wenn man nicht so viele »Fans« hat, ist Facebook also keine gute Möglichkeit, so auf sein Buch aufmerksam zu machen. Eine gut frequentierte Autorenseite zu bekommen, ist nicht mehr so leicht wie noch vor ein paar Jahren. Es gibt massenweise Seiten; die Leute wollen einen Mehrwert. Diesen zu bieten braucht Zeit. Zeit, die zum Schreiben fehlt. Zudem müssen neue und unbekannte Autoren mit bekannteren Kollegen konkurrieren, die ein größeres Budget zu Verfügung haben und regelmässig durch Gewinnspiele, bei denen es oft hochwertige Preise wie einen E-Book- Reader, ein Wochenendtrip zum Handlungsort im neuen Buch oder einen Gutschein im Wert von 50-100 Euro zu gewinnen gibt, zahlreiche neue Likes auf ihrer Seite generieren.,
Ob diese Gewinnspiele auf lange Sicht wirklich mehr Leser bringen, ist bei den Selfpublishern mitunter strittig. Natürlich sind da viele »Abstauber« bei, und einige, die ihr Like nach Beendigung sofort wieder der Seite entziehen. Aber viele denken eben nicht daran, oder beginnen, sich im besten Fall tatsächlich für die Bücher zu interessieren.

Wie also bekommt man Sichtbarkeit, wenn man (noch) keine zahlreichen Leser hat und nicht so gut vernetzt ist. Bezahlte Facebook-Werbung ist zum einen teuer, zum anderen bringen die wenigsten gesponserten Beiträge wirklich neue Leser. Die wenigsten Leute klicken auf den Amazon/Weltbild/Thalia Link. Je mehr man für die Werbung bezahlt, umso mehr Leuten wird sie angezeigt, umso mehr Leute sind dabei, die auf den Link klicken. Von 100 klicken vielleicht 2-5 Leute auf den Link. (Grob geschätzt. Der Erfolg ist von so vielen Dingen abhängig wie z. B. schönes Wetter, Feiertage, gibt es gerade gehypte Neuerscheinungen, Uhrzeit, Jahreszeit etc. Diese Werte können also ganz drastisch schwanken.) Das ist nicht viel. Man bräuchte ein großes Budget, um 50 Leute zu erreichen, die auf den Link klicken. Und wie viele von denen Kaufen dann wirklich das Buch? Richtig. Kaum welche bis gar keine.
Facebook-Werbung eignet sich, um neue Likes für die Autorenseite selbst zu bekommen (wobei fraglich ist, wie nützlich die sind. Denn es liken viele Leute, die sich gar nicht für den Autoren interessieren), um einzelne Beiträge sichtbarer zu machen und so einige neue potenzielle Leser anzusprechen (schon sinnvoller, denn es wird mehr Freunden in der eigenen Freundesliste angezeigt und die interessieren sich in aller Regel für Bücher und Literatur. Es nützt ja nix, dass Leute die Seite liken, die mit Büchern gar nichts am Hut haben und nicht lesen). Direkte Verkäufe erzielt man damit in aller Regel nicht. E ist also effektiver, die Sichtbarkeit der einzelnen Beiträge zu erhöhen, und nicht, mehr Fans für die Seite zu bekommen.

Eine weitere Möglichkeit ist, Facebook-Freunde direkt zu bitten, Beiträge für Gewinnspiele, Preisaktionen und Neuerscheinungen zu teilen. Und dies scheint tatsächlich Erfolg versprechend zu sein. Leider fällt es einigen Selfpublishern schwer, Freunde per PN zu bitten das Buch zu teilen.
Es hat etwas von sich aufdrängen zu tun und liegt mir zum Beispiel gar nicht. Ich denke dann immer, ich belästige die Leute, die sowieso zig solcher Bitten bekommen.
Letztens habe ich es tatsächlich doch gemacht. Mein Thriller Todesschwestern war im Kindle Deal. Zwar hatten einige Leute den Beitrag zu geliked, aber nur einer hatte ihn geteilt, obwohl ich in dem Beitrag darum nett gebeten hatte (Es wäre super, wenn Ihr den Beitrag teilt, damit Nathan viele neue Leser findet) Ich schrieb also die Leute in meiner Freundesliste an, von denen ich wusste, dass sie das Buch entweder gelesen hatten und von denen ich annahm, dass sie und ihre Freunde sich dafür interessieren würden. Ich hatte damit gerechnet kaum Rückmeldungen zu bekommen und war umso überraschter, als fast alle versprachen den Beitrag zu teilen. Fast alle hielten sich auch daran. Ich war geschockt.
Aber hier gilt: Es ist wie im echten Leben. Wenn man umzieht und die Leute nicht einzeln fragt, ob sie beim Umzug helfen könnten, hilft meist keiner. Die wenigsten sagen von sich aus »Hey, brauchst du noch Helfer?«
Fragt man sie direkt, sagen viele zu (leider höre ich immer wieder von Freunden, dass die Hälfte davon dann kurzfristig absagt, gar nicht erscheint oder erst kommt, wenn schon alles erledigt ist.)
Hier gilt also auch, je mehr man fragt, umso sicherer kann man sein, dass man nachher nicht alleine dasteht.
Woran liegt das? Sind die Menschen von Natur aus träge? Nein. Bei der Umzugsgeschichte wie bei Facebook denken die meisten, ach, da helfen bestimmt schon genug andere.
Bei einem Unfall fahren ja auch viele vorbei, weil sie denken, der Fahrer hinter denen wird schon anhalten. (Was für mich überhaupt keine Entschuldigung ist!)
Die Facebook-Chronik bei mir wird im Moment regelrecht überflutet von Adventskalenderspielen. Ich sah heute Morgen bestimmt zwanzig solcher Beiträge nacheinander. Die kann man nicht alle teilen. Wenn mich jemand direkt per PN fragt, teile ich Beiträge, solange es nicht überhandnimmt. Und das ist das Problem. Ich kann verstehen, dass man nicht ständig Beiträge von Aktionen, Neuerscheinungen und Gewinnspielen teilen möchte. Dass zwischen zwei eigenen verfassten Beiträgen zehn bis fünfzehn »Werbebeiträge« dabei sind.
Da fängt man an, zu sortieren. Teilt eher Beiträge von Leuten, mit denen man mehr interagiert. Doch manches Mal entgeht einem auch was. Ich bin zum Beispiel oft nur kurz bei FB. Zudem werden mir auch nicht alle Beiträge meiner Freunde angezeigt, auch wenn ich diese abonniert habe. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Beiträge mir FB vorenthält, auch von Leuten, mit denen ich regelmäßig via FB in Kontakt stehe. Von einigen Freunden werden mir gar keine Beiträge mehr angezeigt – seit Wochen – obwohl ich ihre Beiträge abonniert habe.
Und dann wird meine Chronik überschwemmt von Beiträgen fremder Leute, die meine Facebook-Freunde geliked oder kommentiert haben. Das nahm wirklich überhand und ich ärgerte mich, dass mir von Freunden nix angezeigt wird, aber zehn Beiträge hintereinander von mir völlig unbekannten Leuten, die über Themen sprachen, die mich gar nicht interessieren. Das ließ sich erst abschalten, nachdem ich diese mir unbekannten Leute leider blockieren musste, damit sie nicht immer und vor allem so penetrant in meiner Chronik angezeigt werden.

Mein Fazit, was ich gezogen habe: Ohne Eigeninitiative läuft auch in Sachen Büchern nix.
Man muss es in Kauf nehmen, Leute zu belästigen, wenn man will, dass seine Beiträge geteilt werden.
Zurückhaltende Autoren haben es somit schwerer.
Wenn man nicht »forscher« wird, gewinnt man weniger und langsamer neue Leser und der Bekanntheitsgrad stagniert.