Das alte Kind von Zoe Beck

Kurz vorweg: Thriller und ich…so eine Sache

Mit dem Genre Thriller bin ich vorsichtig geworden. Früher habe ich Joy Fielding und Co. verschlungen, aber irgendwann wurden die Geschichten immer abstruser und die Handlungsabläufe immer ähnlicher, so dass ich dem Genre irgendwann nichts mehr abgewinnen konnte.

Zoe Becks Roman »Das alte Kind ist« unter dem Genre Thriller gelistet, aber der Klappentext reizte mich so sehr, dass ich mir eine Leseprobe auf den Kindle geladen habe und drei Minuten später war das E-Book gekauft.
Ich hatte nur kurz reinlesen, dabei meinen Tee trinken und anschließend einkaufen gehen wollen. Doch ich fand keine geeignete Stelle das Lesen zu unterbrechen. Es war von der ersten Seite so fesselnd, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. So wurde mein Tee kalt und nach zwei Stunden schaffte ich es dann endlich mich von der Couch aufzuraffen.
Am nächsten Tag hatte ich es ausgelesen. Es hatte zwar die Hälfte meiner Nacht gekostet, aber das war es wert.

Kurzinhalt

Berlin 1978: Carla liegt im Krankenhaus. Ihre sechs Monate alter Tochter ist wegen der Ansteckungsgefahr getrennt von ihr untergebracht. Als eine Krankenschwester ihr nach überstandener Krankheit das Kind bringt, behauptet Carla vehement es wäre nicht ihre Tochter. Doch zu dem Zeitpunkt war kein anderes Baby auf Station. Alle halten Carla für verrückt.

Edinburgh 30 Jahre später: Fiona erwacht mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrer Badewanne. Mit letzter Kraft schafft sie es den Notarzt zu verständigen. Im Krankenhaus gehen alle von einem Suizidversuch aus. Fiona hingegen behauptet jemanden habe versucht zu umzubringen. Sie schaltet die Polizei ein, doch niemand glaubt ihr.

Der Schreibstil ist sehr flüssig. Die Figuren sind authentisch geschildert. Es ist spannend mitzuverfolgen, wie Carla versucht ihre Umwelt davon zu überzeugen, dass man ihre Tochter vertauscht hat. Was mir gefehlt hat war der Umgang mit dem älteren Sohn. Der wurde meiner Meinung nach zu wenig mit eingeflochten. Ich habe mich immer gefragt, ob sie ihn genauso meidet wie ihre Tochter. Es war für mich nicht klar herauszulesen, welche Gefühle sie ihm gegenüber hat. Vielleicht sollte aber nur verdeutlicht werden, wie sehr sie darauf fixiert ist, die Wahrheit über ihre Tochter heraus zu finden. Kaum etwas anderes hat Platz in ihrem Leben als die Suche nach der Frau, die ihre Tochter vertauscht hat.
Den Wechsel zwischen dem damaligen Berlin und dem heutigen Edinburgh finde ich sehr gelungen. So blieb die Geschichte immerzu spannend.
Ich mag Romane mit Rückblenden. Und ich mag Roman, in denen ein altes Familiengeheimnis nach und nach gelüftet wird. Wenn die Handlung dann noch einigermaßen schlüssig ist und die Figuren gut gezeichnet, so wie in diesem Buch, umso besser!
Besonders gut gefallen hat mir Ben. Den fand ich richtig sympathisch, der könnte ruhig eine eigenständige Geschichte in einem folgenden Roman bekommen.

Absolute Leseempfehlung!

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