Mo Hayder- Atem. [Spannend, mit Schwächen, aber grottige Übersetzung]

Ich hatte anfangs ziemliche Probleme mit den Hauptfiguren warm zu werden. Weder Sally, die alleinerziehende Mutter, die sich und ihre Teenietochter seit der Scheidung mit einem Putzjob über Wasser halten muss, noch ihre Schwester Zoe waren mir besonders sympathisch.

Die beiden Schwestern haben seit Jahren kein Kontakt. Der Grund dafür wird meiner Meinung nur schwammig und nicht ausreichend erklärt. Erst durch den Mord der sechzehnjährgen Lorne kommen sich die beiden näher. Denn Lorne war eine Schulkameradin von Sally Tochter Millie und so geraten schnell Millies Freunde ins Visier der Polizei. Zoe ist die ermittelnde Polizeibeamtin in dem Fall und befragt auch Millie und ihre Freunde.

Zoe ist psychisch ein Wrack. Zu Beginn des Buches benimmt sie sich wie die Axt im Walde und kann dadurch keine Sympathiepunkte gewinnen. Sie hat psychische Probleme und verletzt sich in Stresssituationen selbst. Aus den Andeutungen geht hevor, dass sie ihre Schwester als Kind aus Eifersucht verletzt hat und daraufhin in ein Internat geschickt wurde. Das Verhältnis der beiden Schwester ist frostig und sie haben jahrelang keinen Kontakt.
Das distanzierte Verhätnis ist authentisch geschildert. Doch die Gründe dafür hätte man meiner Meinung nach besser schildern können, nachvollziehbarer machen können.

Viele Schwächen in diesem Buch sind der schlechten Übersetzung geschuldet. So wird der DC (Detective Constable) als Corporal übersetzt, was ziemlich befremdlich wirkt, wenn man sich mit britischen Polizeirängen auskennt. Der DS hingegen wurde korrekt als Detectiv Sergeant übersetzt, dann taucht doch der Constable auf, Seiten weiter ist dann aber wieder von mehreren Corporals die Rede… Ein Satz in dem Buch lautet: Sie weigerte sich SCHLANKWEG in die Schule zu gehen. Dann liest man immer wieder „Er/Sie klapperte mit den Lidern.“

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, trotz der mir zum größtenteil unsympathisch wirkenden Charakteren. Die Handlungen der beiden Protagonistinnen werden aber ab Mitte des Buches immer weniger nachvollziehbar und zum Teil auch unlogisch. Trotdem fand ich das Buch sehr spannend und ich kenne kaum einen Thriller, der kein abstruses Ende hat, oder Logikfehler beinhaltet.
Das Ende des Buches hier fand ich allerdings mehr als fragwürdig. Im ersten Moment habe ich mich geärgert. Es war mein erstes Buch der Autorin. Das nächste von ihr werde ich aber im englischen Original lesen.

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