Tolle Krimireihen – Charles Todd

Ich habe ein Faible für britische Krimis. Ob in Buchform oder als Fernsehserie oder Film.  Deswegen stelle ich euch nun meine Lieblingsreihen hier vor. Vielleicht kennt ihr ja den einen oder anderen noch nicht.  Den Anfang macht:

Insepector Rutledge

Das besondere an der Reihe ist, dass die Handlung kurz nach dem ersten Weltkrieg spielt. Der Ermittler hat also kein High-tech zur Verfügung, um die Morde aufzuklären. Es ist vielleicht gerade deswegen so interessant. Wie hat man damals bloß Verbrechen ohne Computer, Labore und DNA-Untersuchung aufgeklärt? Ging das überhaupt?  Charles Todd, der die Reihe übrigens zusammen mit seiner Mutter schreibt, hat einen sehr interessanten Charakter geschaffen.

Vom Kriegseinsatz traumatisiert, versucht DI Rutledge in den Alltag zurückzufinden. Ständiger Begleiter ist Hamish, ein Soldat, den er im Krieg getötet hat und den er als »Geist« wahrnimmt und als Stimme in seinem Kopf, mit der er Zwiegespräche führt. Dies klingt nun erst einmal »verrückter«, als es sich in Wirklichkeit liest.
Seine Erlebnisse aus dem Krieg und die starken Schuldgefühle begleiten ihn Tag für Tag. Er wirkt keinesfalls »spleenig« oder gar geistesgestört. Aber er lässt niemanden zu nah an sich heran. Keiner weiß von Hamish und der Stimme in seinem Kopf; nach außen hin gibt er den soliden Polizeibeamten. Als Leser erfährt man allerdings, wie sehr ihm die Erlebnisse in Frankreich zugesetzt haben, auch wenn er stetig gegen die Symptome ankämpft und sich in die Ermittlungen vertieft. Die Beschreibungen seiner psychischen Verfassung wirken nicht aufgesetzt und halten sich im Rahmen, so dass man ihm die Rolle des klugen, reflektierenden Ermittlers abkauft.

Zu dem Buch Zeit der Raben, habe ich hier eine Rezension geschrieben.

Eine spannende Serie mit tollen, ausgefeilten Charakteren. Ich persönlich bin mittlerweile etwas genervt von Serien wie CSI Miami (die Beleibtheit der Serie kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen), in der die Spannung meiner Meinung nach massiv leidet, durch die Hightech-Methoden. Für mich kommt dadurch keine Spannung mehr auf. Vielleicht bin ich einfach zu altmodisch. Aber ich glaube, man muss nicht altmodisch sein, um Charles Todds Bücher zu mögen.

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