Auf dem Brighton Pier

Brighton coastline on a stormy afternoon, UK
Brighton coastline (c) pablopicasso/bigstockphoto.com

Auszug aus „Sei mein Tod“

»Ich habe sie nur einen winzigen Moment aus den Augen gelassen, Nathan. Es waren nicht mehr als drei Minuten. Sie wollte sich doch nur eine Zuckerstange kaufen, während wir uns für das Eis anstellten.« Seine Mutter drückte Ivy fest an sich, während sie Davids linke Hand umklammerte. Der Sechsjährige guckte ihn aus weit aufgerissenen Augen an und umschloss seinen Daumen fest mit den Lippen. Sie standen vor dem Eingang des Brighton Piers, inmitten einer Schar französischer, italienischer und deutscher Sprachschüler und Touristen.

Nathan schob seine Mutter und die Kinder näher ans Geländer.
Sie war kalkweiß im Gesicht; ihre Hände und Lippen zitterten, als sie etwas aus ihrer Tasche zog.
»Als sie wiederkam, klebte dieser Zettel an ihrem Rücken. Hier!«
Fassungslos betrachtete Nathan den gelben DIN-A-4 Zettel in seiner Hand, am oberen Ende war ein Stück Klebeband befestigt.

Sag deinem verfickten Onkel er hält sich da besser raus wenn ihm was an dir und deinem Bruder liegt.

Er drehte sich zu Ivy, die mit dem Rücken zu ihnen stand und aufs Wasser starrte.
»Ivy, hast du gesehen, wer dir diesen Zettel angeheftet hat?«
Sie schüttelte den Kopf, ohne sich umzuwenden.
»Angesprochen hat dich niemand?«
Kopfschütteln.
Nathan ging auf seine Nichte zu, kniete sich zu ihr hinunter und strich ihr das blonde Haar aus dem Gesicht. Sie hatte große Ähnlichkeit mit Audrey. Die gleichen blauen Augen, die gleichen vollen Lippen. Für ihre neun Jahre war Ivy fast einen ganzen Kopf kleiner, als es für ihr Alter üblich war; aufgrund ihrer zierlichen Figur schätzten die meisten Leute sie glatt zwei Jahre jünger.
»Hat dich in letzter Zeit irgendjemand angesprochen, den du nicht kanntest? Jemand, der dir komisch vorkam?«
»Jemand hat das Haus beobachtet«, sagte sie und nickte bekräftigend mit dem Kopf. »Da stand stundenlang dasselbe Auto vor dem Haus, und ein Mann hatte ein Fernglas.«
»Unser Haus, Schätzchen?«, fragte Nathans Mutter. Ihre Stimme hatte einen schrillen Ton angenommen.
Ivy nickte erneut.

————————————–

Ich werde immer wieder gefragt, ob man Nathans zweiten Fall lesen kann, ohne den ersten zu kennen. Ja, das kann man, denn die Fälle sind abgeschlossen. Ich empfehle trotzdem, mit Fall 1 anzufangen, da sich das Privatleben von Nathan im Laufe der Bücher natürlich verändert. Da das Privatleben jedoch keinen sehr großen Platz einnimmt, berichten mir Leser allerdings, dass sie keine Probleme damit hatten, den ersten Teil nicht zu kennen.

In „Sei mein Tod“ ist der Fall, an dem Nathan arbeitet abgeschlossen und wird aufgeklärt. Allerdings mache ich neugierig auf den nächsten Fall, der in Arbeit ist, indem nicht alle Dinge in seinem privaten Umfeld geklärt werden. Für den dritten Fall, ist es also auf jeden Fall ratsam, zumindest den 2. Band zu lesen. Eine Leserin fand es unbefriedigend, dass nicht alles im zweiten Buch geklärt wurde. Die meisten freuen sich jedoch auf den dritten Fall, um zu erfahren, was es mit dem seltsamen Verhalten von Nathans Schwester auf sich hat. Auch Alessia – Nathans Freundin – scheint in irgendwelchen Schwierigkeiten zu stecken. Diese Nebenhandlungen nehmen nur einen kleinen Teil des Romans ein. Ich mag es, als Leser, etwas über das Privatleben der Ermittler zu erfahren, solange nicht gängige Klischees am laufenden Band bedient werden. So kann ich die Figuren besser kennenlernen und einschätzen.  Allerdings steht für mich der Fall und die Ermittlung im Vordergrund.

Yale_SeimeinTod_Frontcover (2) klein

Das E-Book kostet nur 4.99. Das Taschenbuch 9.99

Verlag:  Amazon Publishing

Seitenzahl 227

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