In Kürze – Die Vorgeschichte zu Nathan O’Brian

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Diese Geschichte spielt ein Jahr bevor Nathan O’Brian Privatdetektiv wird. Nathan ist Polizist und erholt sich gerade im Norden Englands von einem anstrengenden Fall. Er trifft auf eine alte Freundin aus Studientagen und wird prompt in einen spannenden Fall hineingezogen.

 

Hier ist schon einmal eine kleine Leseprobe

 

Amy ging zur Kommode, schob den Vorhang zur Seite und zuckte zusammen, als ein weiterer Blitz aufleuchtete, dicht gefolgt von einem gewaltigen Donner. »Das Gewitter kommt zurück«, sagte sie leise.
»Ich nehme an, du hast mir diese Frage nicht ohne Grund gestellt?«, wollte Nathan wissen.
Sie wandte ihr Gesicht ab, holte tief Luft und strich mit zitternden Fingern über das dunkle Holz der Kommode.
»Manchmal denke ich, da war etwas. Etwas ganz Schreckliches. Ich habe ganz seltsame Träume und sehe Bilder, die wie ein Puzzle in sich zusammenfallen, bevor es komplett ist. Für wenige Sekunden überkommt mich dann so ein Schauer, eine so große Angst, die meinen Nacken hinab kriecht, dass alles in mir verkrampft. Doch sobald ich das Gefühl habe, das Bild setzt sich zusammen, zerbröselt es vor meinen Augen.«
»Wann fing das an?«, fragte er, griff nach seinem Weinglas und beobachtete, wie sie die Schubladen der Kommode öffnete und gleich wieder schloss.
»Kurz nachdem ich hergezogen bin. In der zweiten Nacht fing das mit den Albträumen an.« Sie räusperte sich, ließ von der Kommode ab und ging wieder zur Couch. Ihr Lächeln wirkte aufgesetzt. »Ist bestimmt nur die Umgewöhnung. Ich schätze, nach einem Leben in der Großstadt komme ich mit dem Dorfleben nicht mehr zurecht. Soll ja Menschen geben, die aufgrund eines so krassen Ortswechsels verrückt geworden sind«, sagte sie halb lachend, doch das Lachen erreichte ihre Augen nicht, die besorgt wirkten, beinahe ängstlich.
»Einige Menschen schwören in solchen Fällen ja auf Hypnose«, meinte er. »Aber ich persönlich halte -« Ein Scheppern von draußen ließ ihn verstummen. Er setzte sich auf,, blickte erst zur Tür dann zu Amy, die ihn mit hochgezogenen Brauen anblickte. Als es an der Tür klopfte, sprang Nathan auf, schob seine matschigen Schuhe beiseite und öffnete die Tür. Er konnte das kleine Mädchen, das ihm entgegen stolperte, gerade noch auffangen, bevor er auf dem Boden landete.
Als sie ihr Gleichgewicht wiedergefunden hatte, richtete sie sich auf und wich einen Schritt zur Seite. Ihre langen dunklen Haare waren klatschnass. Das Gesicht war so weiß wie ein Stück Kreide, die Lippen vor Kälte blau angelaufen. Die Augen huschten unruhig umher, bevor sie einen Punkt irgendwo an der Decke fixierten. In ihrem Gesicht waren lauter Kratzer. Am ganzen Körper bebend, streckte sie ihre Hand in ihre Hosentasche und zog ein Stück Papier hervor, das sie Nathan hinhielt.
»Ach du meine Güte!«, rief Amy, die hinter ihn getreten war. Kurz darauf kam sie mit der Wolldecke zurück und wickelte das Mädchen, das sich keinen Millimeter bewegte, darin ein. »Sie ist verletzt!« Amy zeigte auf die blutverschmierten Füße.
Nathan betrachtete kurz das Stück Papier, das aus irgendeinem Notizblock abgerissen worden sein musste und starrte auf die krakeligen Buchstaben. Kate Haddock.
»Ist das dein Name?«, fragte er und beugte sich zu dem Kind hinunter. Sie starrte ihn einfach nur an. Das Zittern ihrer Lippen war die einzige Regung in ihrem blassen Gesicht.
»Bist du Kate Haddock?«, fragte Nathan.
»Nein«, sagte Amy, drehte sich zu ihm um und starrte auf die Notiz. »Kate ist vor dreißig Jahren gestorben.«

 

Ich hoffe, Ihr freut euch auf die Geschichte, in der Ihr etwas über das Leben von Nathan erfahrt, als er noch als Polizist gearbeitet hat. 

 

 

 

 

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