Darf ich vorstellen …

Heute möchte ich euch Nina vorstellen, die 2014 Todesschwestern lektoriert hat, bevor ich den Roman im Selfpublishing herausgebracht habe. Sie hat ebenso Tote töten ewig und Stumme Narben lektoriert. Ich habe sie auf mein virtuelles Sofa geschubst und ihr ein paar Fragen gestellt.

Du hast 2014 Todesschwestern lektoriert. Was war dein erster Eindruck von Nathan?

Ich mochte ihn von Anfang an. Er ist ein toller, sympathischer Typ, bodenständig und nicht der typische Ermittler, der mit einer düsteren Vergangenheit und seiner Alkoholsucht zu kämpfen hat – auch wenn er natürlich über seine eigenen Dämonen verfügt. Das finde ich toll.

 

Gibt es einen Charakter in der Reihe, den du so gar nicht magst, oder stehst du als Lektorin über solchen Dinge?

Auch als Lektorin spürt man natürlich Sympathien und Antipathien gegenüber Charakteren. Allerdings gehen wir Lektoren vermutlich mit einer anderen Prämisse an die Figuren heran. Wenn ich jemanden nicht mag, frage ich in erster Linie nicht, warum nicht, sondern: Soll die Figur überhaupt sympathisch sein? Es ist ja ein Unterschied, ob man den Protagonisten nicht leiden kann oder eine Nebenfigur, die nicht einmal sonderlich sympathisch sein soll. In deiner Buchreihe verspüre ich gegenüber Alessia eine leichte Antipathie. Aber da die Figur so ambivalent angelegt ist, ist das völlig in Ordnung.

Hat dich beim Lektorieren eines Romans schon einmal eine Figur so aufgeregt/genervt, dass du nur mit Mühe weiterarbeiten konntest?

Das ist zum Glück bisher noch nicht vorgekommen. Oft sind es nur kleine Details, die sich abändern lassen, um eine scheinbar unsympathische Figur sympathischer zu machen – natürlich nur, wenn es der Geschichte dient. Mit einer unsympathischen Hauptfigur können bzw. wollen sich viele Leser eher nicht identifizieren.

Was macht für dich den Reiz an deiner Arbeit aus?

Es ist wundervoll, so viele unterschiedliche Geschichten und Autoren kennenzulernen und mit ihnen arbeiten zu dürfen. Der Reiz ist, eine gute Geschichte vielleicht durch meine Arbeit noch ein bisschen besser machen zu können, ohne dabei den Ton oder die Geschichte an sich zu verfälschen. Jedes Manuskript ist anders – und das ist immer wieder eine schöne Herausforderung.

 

Du schreibst selbst Krimis, hast letztes Jahr den Steampunk Krimi Ersticktes Matt veröffentlicht. Macht es das Lektorieren für dich schwieriger oder einfacher? Ich weiß von mir selbst, dass ich – seit ich selbst in diesem Gerne schreibe – große Probleme habe Krimis und Thriller zu lesen, ohne mich über Logikfehler, hölzerne Dialoge, unlogisches oder stereotypisches Verhalten der Protagonisten aufzuregen. Ich bin viel kritischer beim Lesen geworden.

Das Lektorieren hat mir unwahrscheinlich viel für mein eigenes Schreiben gebracht. Ich lerne bei jedem Manuskript, das ich auf den Tisch bekomme, etwas dazu.  Beim Lesen ist das natürlich etwas anderes. Da fällt es mir häufig schwer, den Lektorenmodus zu verlassen und das Buch einfach entspannt zu genießen.

 

Wie gehst du vor, liest du den Text erst einmal nur komplett durch, machst du von Anfang an gleich Anmerkungen oder arbeitest du ganz anders?

Ich lese den Text einmal komplett auf meinem Kindle durch, mache Anmerkungen, v.a. im Hinblick auf Plot, Spannungsboden, Figurenzeichnung etc., die ich in einem zweiten Durchgang einarbeite. In diesem Durchgang gehe ich auch ins Detail im Hinblick auf Stil und Satzstellung. Der dritte Durchgang ist dann wieder vornehmlich lesen und schauen, ob ich nichts Wichtiges übersehen habe. Danach geht es an den Autor zurück.

Was sind deiner Meinung die gravierendsten Fehler, die ein Autor beim Schreiben machen kann?

Passive und eindimensionale Charaktere sind meiner Meinung nach das größte Problem, weil sie den Plot nicht vorantreiben. Gerade bei unerfahrenen Autoren plätschert die Handlung oftmals seitenlang nur so dahin, weil sie nicht wissen, was ihre Figur eigentlich will bzw. sie ihr Ziel nur halbherzig verfolgt.

Gibt es Figuren in Büchern, die du mittlerweile einfach überhast, weil sie z.B so häufig vorkommen und austauschbar sind?

Ich habe ein Problem mit diesen megasexy Milliardären mit Stalkerqualitäten, die seit „Shades of Grey“ die Liebesroman-Landschaft bevölkern – und mit den Frauen, die sich auf sie einlassen ebenfalls. Mal ganz abgesehen von der Problematik solcher „Liebesbeziehungen“ sind diese Figuren meiner Meinung nach völlig austauschbar.

Oft wird ja zum Schluss gefragt, welche drei Bücher man auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Ich würde aber gerne wissen, welche Bücher oder welches Buch würdest du mitnehmen und verändern wollen (das Ende umschreiben, eine Person aus dem Weg schaffen o.ä)?

Puh, gute Frage. Eigentlich habe ich bei veröffentlichten Büchern selten das Bedürfnis, Veränderungen vorzunehmen – auch wenn ich den inneren Lektor nur selten zum Schweigen bringen kann. Entweder ich mag ein Buch oder ich mag es nicht (meistens lese ich es in dem Fall nicht einmal zu Ende). Ich würde auf einer einsamen Insel eher meine eigenen Geschichten weiterschreiben wollen, als andere zu verändern.

 

Lieben Danke für die Beantwortung meiner Fragen 🙂

Wenn ihr mehr über Nina erfahren wollt, besucht sie doch hier 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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